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Köln-Mülheim Stadtteile: Alle 9 Stadtteile im Überblick

Vom urbanen Mülheim am Rhein bis zum waldreichen Dünnwald: was die neun Stadtteile des Bezirks prägt.

Von Silke Kraus | 25. Juni 2026
Köln-Mülheim Stadtteile: Alle 9 Stadtteile im Überblick © Foto: D-Kuru / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 at)
Der Rhein bei Köln, gesehen aus der Rheinseilbahn.

Köln-Mülheim ist der einwohnerstärkste der neun rechtsrheinischen Stadtbezirke und einer der vielfältigsten. Der Bezirk reicht vom dicht bebauten Mülheim am Rhein bis zu den waldreichen Lagen im Nordosten und vereint Industriegeschichte, Wohnvororte und fast dörfliche Ecken auf engem Raum.

Offiziell gliedert sich der Bezirk (Stadtbezirk 9) in neun Stadtteile: Mülheim, Buchforst, Buchheim, Holweide, Dellbrück, Höhenhaus, Dünnwald, Stammheim und Flittard. Auf gut 52 Quadratkilometern leben rund 150.000 Menschen. Die folgende Reihenfolge orientiert sich an den Einwohnerzahlen, vom bevölkerungsreichsten Stadtteil abwärts. Alle Zahlen stammen aus der amtlichen Statistik der Stadt Köln (Stand 31. Dezember 2021).1

StammheimFlittardDünnwaldMülheimBuchheimHöhenhausBuchforstHolweideDellbrück
Was dich erwartet

1. Mülheim

  • Einwohner: ca. 42.400 (2021)
  • Lage: am rechten Rheinufer, gegenüber von Riehl, im Westen des Bezirks
  • Highlights: Wiener Platz, Stadthaus, Mülheimer Brücke, Carlswerk, Keupstraße
  • Charakter: urbaner Bezirkskern mit langer Industriegeschichte

Mülheim ist mit rund 42.400 Einwohnern der mit Abstand größte Stadtteil des Bezirks und gibt ihm seinen Namen. Bis zur Eingemeindung am 1. April 1914 war Mülheim am Rhein eine eigenständige Stadt im Herzogtum Berg, und dieses städtische Selbstbewusstsein spürst du bis heute. Du findest es in der Geschichte des Stadtteils ebenso wie im dichten Straßenbild rund um den Wiener Platz.

Der Wiener Platz am Fuß der grün gestrichenen Mülheimer Brücke ist das funktionale Zentrum: Hier liegen das Bezirksrathaus (Stadthaus), ein wichtiger Verkehrsknoten mit Stadtbahn und Bussen sowie die Haupteinkaufslagen. Prägend sind außerdem das alte Carlswerk, heute ein Standort für Kreativwirtschaft, Büro und das E-Werk, sowie die Keupstraße als bekannte Geschäftsstraße mit türkisch geprägtem Handel. Wer mehr über das Viertel wissen will, findet bei den Sehenswürdigkeiten die wichtigsten Anlaufpunkte.

2. Dellbrück

  • Einwohner: ca. 21.800 (2021)
  • Lage: im Osten des Bezirks, an der Grenze zu Bergisch Gladbach
  • Highlights: Strunde, Märchensiedlung, Straßenbahn-Museum Thielenbruch
  • Charakter: grüner Wohnvorort mit dörflichen Wurzeln

Dellbrück ist der zweitgrößte Stadtteil und liegt am östlichen Rand von Köln, direkt an der Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach. Mit fast 10 Quadratkilometern Fläche ist es flächenmäßig einer der ausgedehntesten Stadtteile, die Bebauung bleibt aber locker und grün. Aus dem ursprünglichen Bauerndorf, erstmals 1322 erwähnt, ist im 20. Jahrhundert ein klassischer Wohnvorort geworden.

Historisch besteht Dellbrück aus mehreren Ortslagen wie Alt-Dellbrück, Hagedorn, Strunden, Thielenbruch und Thurn. Entlang des Baches Strunde reihen sich alte Mühlenstandorte, und in Thielenbruch lockt das Straßenbahn-Museum der KVB. Bekannt ist außerdem die sogenannte Märchensiedlung mit ihren nach Märchenfiguren benannten Straßen. Wer eine Wohnung sucht, sollte den Mietspiegel für den Bezirk im Blick behalten.

3. Holweide

  • Einwohner: ca. 20.800 (2021)
  • Lage: Mitte des Bezirks, zwischen Buchheim und Dellbrück
  • Highlights: Burg Iddelsfeld, Cassiopeia Theater, Gesamtschule Holweide
  • Charakter: gemischter Wohnstadtteil mit grünen Rändern

Holweide liegt zentral im Bezirk und grenzt im Osten an Dellbrück, im Süden an Merheim und im Norden an Höhenhaus. Mit rund 20.800 Einwohnern auf gut 4 Quadratkilometern ist es ein dicht besiedelter, aber durchgrünter Wohnstadtteil. Prägend sind Siedlungen aus verschiedenen Jahrzehnten, vom Gründerzeitrand bis zu größeren Wohnanlagen der Nachkriegszeit.

Zu den historischen Spuren gehören die Burg Iddelsfeld und Reste der Isenburg. Bekannt ist Holweide außerdem für die Gesamtschule Holweide, die mit dem Team-Kleingruppen-Modell überregional Beachtung fand, sowie für das Cassiopeia Theater. Verkehrlich ist der Stadtteil über die S-Bahn-Linie 11 und mehrere Stadtbahnlinien gut angebunden.

4. Höhenhaus

  • Einwohner: ca. 15.800 (2021)
  • Lage: Norden des Bezirks, zwischen Mülheim und Dünnwald
  • Highlights: Wasserburg Haus Haan, Gut Schönrath, Finnensiedlung
  • Charakter: ruhiger Wohnstadtteil mit viel Grün

Höhenhaus entstand 1934 aus dem Zusammenschluss zweier älterer Siedlungen und ist heute ein vorwiegend ruhiger Wohnstadtteil im Norden des Bezirks. Auf gut 5 Quadratkilometern leben rund 15.800 Menschen, viele davon in Ein- und Zweifamilienhausgebieten und größeren Siedlungen wie der Finnensiedlung mit ihren charakteristischen Holzhäusern.

Prägend sind mehrere historische Hofanlagen, darunter die Wasserburg Haus Haan und Gut Schönrath, sowie die Pfarrkirchen St. Hedwig und St. Johann Baptist. Am Wupperplatz, dem kleinen Zentrum mit Wochenmarkt, erinnert das Grinkenschmied-Denkmal an eine lokale Sage. Insgesamt bietet Höhenhaus ein bodenständiges, familienfreundliches Umfeld.

5. Buchheim

  • Einwohner: ca. 12.700 (2021)
  • Lage: Westen des Bezirks, östlich von Buchforst
  • Highlights: St. Mauritius, Burg Herl, Herler Mühle an der Strunde
  • Charakter: dichter, multikultureller Arbeiterstadtteil

Buchheim liegt im westlichen Teil des Bezirks und ist ein dicht bebauter, traditionell von Arbeitern geprägter Stadtteil. Auf knapp 3 Quadratkilometern wohnen rund 12.700 Menschen. Die Bevölkerung ist deutlich international geprägt, der Ausländeranteil liegt klar über dem städtischen Durchschnitt, und das prägt das Straßenbild mit Geschäften und Gastronomie vieler Kulturen.

Historische Bezugspunkte sind die neugotische Kirche St. Mauritius von 1896, die Wasserburg Burg Herl von 1663 und die Herler Mühle, deren Wasserrad an der Strunde bis heute funktioniert. Industriegeschichtlich war Buchheim unter anderem durch Kabelwerke geprägt. Die Einwohnerstruktur des Bezirks zeigt, wie unterschiedlich die Stadtteile sozial aufgestellt sind.

6. Dünnwald

  • Einwohner: ca. 11.600 (2021)
  • Lage: Nordosten des Bezirks, östlich von Stammheim
  • Highlights: Dünnwalder Wildpark, Dünnwalder Wald, Waldbad, St. Nikolaus
  • Charakter: waldreicher Wohn- und Naherholungsstadtteil

Dünnwald ist mit knapp 11 Quadratkilometern flächenmäßig der größte Stadtteil des Bezirks, ein erheblicher Teil davon ist Wald. Bei rund 11.600 Einwohnern ergibt das eine niedrige Bevölkerungsdichte und einen ausgesprochen grünen Charakter. Schon in der Bronze- und Eisenzeit war das Gebiet durchgängig besiedelt, davon zeugen Grabhügelfelder im Wald.

Das Herzstück ist der Dünnwalder Wald mit dem kostenlosen Wildpark, dem Arboretum und dem traditionsreichen Waldbad. Historisch bedeutend ist die romanische Basilika St. Nikolaus, deren Ursprung bis 1117 zurückreicht. Dünnwald ist damit vor allem ein Naherholungsstadtteil, der weit über den Bezirk hinaus Besucher anzieht.

7. Stammheim

  • Einwohner: ca. 8.300 (2021)
  • Lage: Norden des Bezirks, am Rhein gegenüber Niehl
  • Highlights: Schlosspark Stammheim, St. Mariä Geburt, Schützenfest
  • Charakter: dörflich geprägter Stadtteil am Rhein

Stammheim liegt am rechten Rheinufer im Norden des Bezirks und hat sich trotz der Nähe zur Großstadt einen dörflichen Charakter bewahrt. Auf knapp 4 Quadratkilometern leben rund 8.300 Menschen. Im Osten grenzt der Stadtteil an Höhenhaus und Dünnwald, im Norden an Flittard, im Westen bildet der Rhein die Grenze.

Bekanntestes Ziel ist der Schlosspark Stammheim direkt am Rhein, in dem seit 2002 jährlich Kunstausstellungen stattfinden. Dazu kommen die Pfarrkirche St. Mariä Geburt und das alljährliche Schützenfest rund um den ersten Sonntag im August. Am südlichen Rand liegt zudem eine der großen Kläranlagen, die einen Großteil des Kölner Abwassers reinigt.

8. Flittard

  • Einwohner: ca. 8.000 (2021)
  • Lage: nördlichster Stadtteil, an der Grenze zu Leverkusen
  • Highlights: St. Hubertus, Flittarder Rheinaue, alte Telegrafenstation
  • Charakter: dorfähnlicher Stadtteil zwischen Rhein und Chempark

Flittard ist der nördlichste Stadtteil des Bezirks und grenzt direkt an Leverkusen. Auf 7,7 Quadratkilometern leben nur rund 8.000 Menschen, entsprechend niedrig ist die Dichte. Umgeben von Großstädten und Industrie hat Flittard dennoch einen eher dörflichen Charakter behalten, mit altem Ortskern und Rheinlage.

Auf das Stadtteilgebiet reicht ein Teil des Chemparks (Bayer beziehungsweise Currenta) hinüber, dessen Kern in Leverkusen liegt. Sehenswert sind die Kirche St. Hubertus mit einem Turm aus dem 12. Jahrhundert, die Reste einer preußischen optischen Telegrafenstation und das Naturschutzgebiet Flittarder Rheinaue. Der Rheindeich von 1894/95 schützt den Ort bis heute vor Hochwasser.

9. Buchforst

  • Einwohner: ca. 7.300 (2021)
  • Lage: Südwesten des Bezirks, zwischen Mülheim und Kalk
  • Highlights: Weiße Stadt, Blauer Hof, St. Petrus Canisius (Bauhaus)
  • Charakter: kompakter Stadtteil der Klassischen Moderne

Buchforst ist mit nur 0,83 Quadratkilometern der kleinste Stadtteil des Bezirks und zugleich der am dichtesten besiedelte. Rund 7.300 Menschen leben hier. Der namensgebende Buchenwald wurde erst im 20. Jahrhundert nennenswert bebaut, und zwar mit zwei der bekanntesten Wohnungsbauprojekte Kölns.

Prägend sind die Siedlungen Blauer Hof (1926/27) und Weiße Stadt (1929 bis 1932), beide von den Architekten Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod im Stil der Klassischen Moderne entworfen und heute als Denkmalbereiche geschützt. Dazu kommt die Kirche St. Petrus Canisius, die einzige Kirche Kölns im Bauhausstil. Mit S-Bahn und Stadtbahn ist Buchforst trotz seiner geringen Größe sehr gut angebunden.

Ausblick: Wohin sich Köln-Mülheim entwickelt

Mehrere Stadtteile stehen in den nächsten Jahren im Fokus. In Mülheim prägt die jahrelange Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke den Alltag, parallel läuft die Aufwertung des Quartiers rund um Wiener Platz und Keupstraße. Im rechtsrheinischen Köln insgesamt soll mehr Wohnraum entstehen, was den ohnehin angespannten Markt etwas entlasten könnte. Was das fürs Portemonnaie bedeutet, zeigen die Lebenshaltungskosten im Bezirk.

Die grünen Stadtteile im Osten und Norden, von Dellbrück über Dünnwald bis Stammheim, bleiben als Naherholungsräume gefragt, während dichte Lagen wie Buchforst und Buchheim mit begrenztem Platz auskommen müssen. Wer den Bezirk wirklich kennenlernen will, kommt um einen Streifzug durch die Stadtteile nicht herum: Jeder bringt seinen eigenen Charakter mit.

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