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Köln-Mülheim Kriminalität 2024: Zahlen, Delikte und Trends

Wie sicher ist Köln-Mülheim? Die aktuellen Daten der Polizei Köln (Stand 2024), der Vergleich mit der Innenstadt und der restlichen Stadt sowie die häufigsten Delikte im rechtsrheinischen Norden.

Von Silke Kraus | 1. Juli 2026
Köln-Mülheim Kriminalität 2024: Zahlen, Delikte und Trends © Foto: Chris06 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Wohnhaus in der Elisabeth-Breuer-Straße in Mülheim.

Mülheim taucht in den Schlagzeilen oft als Brennpunkt auf: Polizeieinsätze rund um den Wiener Platz, Razzien an der Keupstraße, verstärkte Präsenz im rechtsrheinischen Köln.[5] Doch wie sieht das Lagebild aus, wenn man statt der Schlagzeilen die offiziellen Zahlen ansieht?

Wir haben den Jahresbericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 des Polizeipräsidiums Köln[1] ausgewertet und zeigen, wie sicher der rechtsrheinische Norden im Vergleich zur restlichen Stadt ist, welche Delikte hier am häufigsten registriert werden und wie sich die Lage über die Jahre entwickelt hat. Ein wichtiger Hinweis vorab zur Datenebene: Die Polizei Köln veröffentlicht ihre Zahlen nicht je Stadtteil, sondern je Polizeiinspektion. Die Polizeiinspektion 5 (Nordost) ist für den gesamten Stadtbezirk Mülheim zuständig, also für den Stadtteil Mülheim selbst plus Buchforst, Buchheim, Dellbrück, Dünnwald, Flittard, Höhenhaus, Holweide und Stammheim, dazu kommt der Stadtteil Deutz.[1] Alle Zahlen für Mülheim auf dieser Seite beziehen sich auf diesen Polizeibereich.

Was dich erwartet

Wie viele Straftaten gab es 2024 in Köln-Mülheim?

Im Jahr 2024 hat die Polizei im Bereich der Inspektion 5 (Nordost), also im Stadtbezirk Mülheim mit Deutz, insgesamt 16.105 Straftaten[1] erfasst. Das ist praktisch der Stand des Vorjahres, die Fallzahl stieg nur um 0,01 Prozent. Während die Kriminalität in fast allen anderen Kölner Inspektionen 2024 zurückging, blieb sie in Mülheim damit als einzigem Bereich exakt stabil.

Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Für die Inspektion Nordost lag sie 2024 bei 8.610[1] und damit deutlich unter dem Schnitt des gesamten Polizeipräsidiums Köln von 11.670. Auf die Einwohner gerechnet ist Mülheim also sicherer, als es sein Ruf vermuten lässt.

Wie ist die Häufigkeitszahl zu lesen?

Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ) gibt an, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner kommen.[2] Sie macht Bereiche unterschiedlicher Größe erst vergleichbar, weil sie die Bevölkerungszahl herausrechnet. Eine reine Fallzahl sagt für sich allein wenig aus: Ein einwohnerstarker Bereich mit vielen Straftaten kann pro Kopf trotzdem sicherer sein als ein kleinerer Bereich mit weniger Vorfällen. Wichtig ist außerdem, dass die KHZ auf die Wohnbevölkerung bezogen wird. In Bereichen mit vielen Pendlern, Besuchern und Tagesgästen, etwa der Innenstadt, fällt sie deshalb besonders hoch aus.

Köln-Mülheim im Vergleich: So sicher ist der Bereich gegenüber der restlichen Stadt

Die Polizei Köln teilt das Stadtgebiet (zuzüglich Leverkusen) in sieben Polizeiinspektionen auf.[1] Spitzenreiter bei der Häufigkeitszahl ist mit großem Abstand die Inspektion 1 (Mitte), die fast deckungsgleich mit dem Stadtbezirk Innenstadt ist. Dort sorgen Einkaufsstraßen, Bahnhof, Tourismus und Nachtleben für einen extrem hohen Wert pro Kopf. Mülheim liegt dagegen klar im unteren Bereich:

Polizeiinspektion / BereichStraftaten je 100.000 Einwohner (2024)
PI 1 (Mitte), Stadtbezirk Innenstadt34.744
PP Köln (Behördenschnitt, inkl. Leverkusen)11.670
PI 6 (Südost), Stadtbezirke Kalk und Porz10.193
PI 5 (Nordost), Stadtbezirk Mülheim und Deutz8.610

Mit 8.610 Straftaten pro 100.000 Einwohnern liegt Mülheim also rund ein Viertel unter dem Kölner Behördenschnitt und nur bei einem Bruchteil des Innenstadtwerts. Auch gegenüber dem benachbarten rechtsrheinischen Süden (Inspektion 6 mit Kalk und Porz) schneidet Mülheim etwas besser ab. Wer sich für die Bevölkerungsstruktur dahinter interessiert, findet die Details bei den Einwohnerzahlen von Köln-Mülheim.

Die häufigsten Delikte in Köln-Mülheim

Im Jahresbericht hebt die Polizei für jede Inspektion die fünf auffälligsten Deliktfelder hervor. Für die Inspektion Nordost (Mülheim und Deutz) sah das 2024 so aus:[1]

DeliktFälle 2024Veränderung zu 2023
Betrug1.838+10,79 %
Körperverletzung1.588+0,95 %
Sachbeschädigung1.326-9,05 %
Diebstahl an oder aus Kfz1.185-14,99 %
Fahrraddiebstahl870-9,94 %

Was hinter den Zahlen steckt:

  • Betrug ist das größte Feld und legt zu. Mit 1.838 Fällen und einem Plus von rund 11 Prozent ist Betrug das einzige der fünf Top-Delikte mit deutlichem Anstieg. Ein erheblicher Teil davon spielt sich heute online ab, vom Fake-Shop bis zum Schockanruf.
  • Körperverletzung bleibt nahezu konstant. 1.588 Fälle bedeuten ein leichtes Plus von nicht einmal einem Prozent. Bei Körperverletzungsdelikten ist die Aufklärungsquote traditionell hoch, weil sich Täter und Opfer häufig kennen.
  • Sachbeschädigung und Autodelikte gehen zurück. Sachbeschädigung (minus 9 Prozent) und Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen (minus 15 Prozent) sind beide spürbar gesunken.
  • Auch der Fahrraddiebstahl sinkt. Mit 870 Fällen wurden 2024 rund 10 Prozent weniger Räder gestohlen als im Vorjahr, ein Trend, der sich mit der gesamtstädtischen Entwicklung deckt.

Kriminalität in ganz Köln: die wichtigsten Delikte

Eine Aufschlüsselung jedes Einzeldelikts auf Mülheimer Ebene veröffentlicht die Polizei nicht. Für die Gesamtstadt liegen die Zahlen aber vor, und sie zeigen, welche Delikte das Geschehen prägen. 2024 registrierte das Polizeipräsidium Köln[1] insgesamt 145.939 Straftaten, ein Rückgang um 2,69 Prozent gegenüber 2023. Die wichtigsten Deliktgruppen im Überblick:

DeliktFälle 2024Veränderung zu 2023
Diebstahl insgesamt63.332-5,2 %
Körperverletzung insgesamt15.181-0,5 %
davon gefährliche und schwere Körperverletzung4.478+2,4 %
Ladendiebstahl11.635+0,5 %
Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen9.898-11,4 %
Taschendiebstahl8.002+0,5 %
Fahrraddiebstahl7.349-17,2 %
Wohnungseinbruch3.290+24,7 %
davon Tageswohnungseinbruch1.386+37,5 %
Raubdelikte insgesamt1.453-1,4 %
davon Straßenraub830+7,1 %

Auffällig ist vor allem der Wohnungseinbruch: 3.290 Fälle bedeuten stadtweit ein Plus von fast 25 Prozent, beim Tageswohnungseinbruch sogar plus 37,5 Prozent.[1] Diebstahl bleibt mit Abstand das größte Feld, ist aber rückläufig, ebenso Fahrrad- und Kfz-Diebstahl. Der Straßenraub legte dagegen um gut 7 Prozent zu.

Die Aufklärungsquote für das gesamte Präsidium lag 2024 bei 49,06 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 49,58 Prozent.[1] Eine eigene Aufklärungsquote je Inspektion oder gar je Stadtteil weist der Jahresbericht nicht aus.

Kriminalität im Zeitverlauf

Eine durchgehende Zeitreihe veröffentlicht die Polizei nur für die Gesamtstadt, nicht für einzelne Inspektionen. Sie ist aber aufschlussreich: Über die letzten Jahre sind die Kölner Fallzahlen tendenziell gesunken, mit einem kräftigen Knick nach unten in den Corona-Jahren 2020 und 2021 und einem anschließenden Aufholeffekt.

0k60k120k180k159.0392016149.4282017137.3132018133.8132019123.5792020119.4732021141.1642022149.9702023145.9392024

Erfasste Straftaten im Polizeipräsidium Köln pro Jahr (inkl. Leverkusen). Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Polizei Köln.

Noch deutlicher wird der Trend bei der Häufigkeitszahl. 2015 lag sie für das gesamte Präsidium noch bei 14.026 Straftaten pro 100.000 Einwohner, 2024 nur noch bei 11.670.[1] Pro Kopf werden in Köln heute also klar weniger Straftaten registriert als vor knapp zehn Jahren, auch wenn die Fallzahl nach dem Corona-Tief wieder gestiegen ist. Für Mülheim selbst liegt für 2024 eine Häufigkeitszahl von 8.610 vor, deutlich unter dem städtischen Schnitt.

Wer sind die Tatverdächtigen in Köln?

Hinweis zur Datenebene

Die Polizei Köln veröffentlicht die Zahlen zu Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeit nur für die Gesamtstadt, nicht auf Ebene der einzelnen Polizeiinspektionen oder Stadtteile. Die folgenden Anteile gelten für ganz Köln (zuzüglich Leverkusen) und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Mülheim übertragen.

2024 hat die Polizei Köln bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße insgesamt 44.769 Tatverdächtige ermittelt[1], gut 2.000 weniger als im Vorjahr (46.771). Die Verteilung nach Staatsangehörigkeit:

Tatverdächtige (ohne ausländerrechtliche Verstöße)20242023
Tatverdächtige insgesamt44.76946.771
davon deutsche Staatsangehörige (57,7 %)25.81226.979
davon nichtdeutsche Staatsangehörige (42,3 %)18.95719.792

Damit entfielen 2024 rund 57,7 Prozent der Tatverdächtigen auf deutsche und 42,3 Prozent auf nichtdeutsche Staatsangehörige[1], ein gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderter Wert. Die Anteile schwanken allerdings stark je nach Delikt und sollten nicht ohne Einordnung weitergegeben werden.

Was ist mit dem Migrationshintergrund?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, also den Pass, nicht den Migrationshintergrund einer Person.[2] Ein in Köln geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung nach Migrationshintergrund gibt die Statistik nicht her. Gerade in einem Stadtbezirk wie Mülheim, in dem laut Polizei etwa 43,6 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben[1], ist dieser Unterschied wichtig.

Wichtige methodische Einschränkungen

Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:

  • Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine Ausgangsstatistik und erfasst Verdachtsfälle nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.[2] Eine Verurteilung ist damit nicht ausgesprochen, bis zum rechtskräftigen Urteil gilt jeder Tatverdächtige als unschuldig.
  • "Nichtdeutsch" bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Siehe Erläuterung oben.
  • Pendler, Touristen und Reisende sind enthalten. Köln ist Pendler- und Besuchermagnet. Wer hier eine Straftat begeht, taucht in der Kölner Statistik auf, auch wenn er anderswo wohnt. Das treibt vor allem in der Innenstadt sowohl Fallzahl als auch Tatverdächtigenstruktur.
  • Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten kriminalitätsbelastete Gruppe. Wo der Anteil junger Männer höher ist, ergeben sich allein daraus rechnerisch höhere Werte, ohne dass das eine Aussage über einzelne Personen erlaubt.
  • Das Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt, sozialem Umfeld und Wohnviertel und beeinflussen, welche Fälle überhaupt in die Statistik gelangen.

Häufige Fragen zur Kriminalität in Köln-Mülheim

Wie sicher ist Mülheim im Vergleich zur restlichen Stadt?

Gemessen an der Häufigkeitszahl ist Mülheim sicherer als der Kölner Durchschnitt. Die Polizeiinspektion 5 (Nordost), die für den Stadtbezirk Mülheim zuständig ist, kam 2024 auf 8.610 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Der Schnitt des gesamten Polizeipräsidiums Köln lag mit 11.670 deutlich höher, die Innenstadt (Inspektion Mitte) mit 34.744 um ein Vielfaches.

Wie viele Straftaten gab es 2024 in Köln-Mülheim?

Im Bereich der Polizeiinspektion 5 (Nordost), also im Stadtbezirk Mülheim samt Deutz, wurden 2024 genau 16.105 Straftaten erfasst. Das entspricht praktisch dem Vorjahreswert (plus 0,01 Prozent).

Welche Delikte sind in Mülheim am häufigsten?

Die fünf auffälligsten Deliktfelder der Inspektion Nordost waren 2024 Betrug (1.838 Fälle, plus 10,8 Prozent), Körperverletzung (1.588 Fälle), Sachbeschädigung (1.326 Fälle), Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen (1.185 Fälle) und Fahrraddiebstahl (870 Fälle).

Gibt es Kriminalitätszahlen für einzelne Mülheimer Stadtteile?

Nein. Die Polizei Köln veröffentlicht ihre Kriminalstatistik nur auf Ebene der sieben Polizeiinspektionen, nicht je Stadtteil. Für Mülheim, Buchheim, Dellbrück, Höhenhaus oder Stammheim einzeln liegen damit keine offiziellen Fallzahlen vor. Die Inspektion Nordost fasst den gesamten Stadtbezirk Mülheim plus Deutz zusammen.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote in Köln?

Für das gesamte Polizeipräsidium Köln lag die Aufklärungsquote 2024 bei 49,06 Prozent, leicht unter dem Vorjahreswert von 49,58 Prozent. Eine eigene Quote für Mülheim oder einzelne Inspektionen weist der Jahresbericht nicht aus.

Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in Köln?

Bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2024 stadtweit bei 42,3 Prozent, nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Wichtig: Die Statistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund, und der Wert gilt für die Gesamtstadt, nicht speziell für Mülheim.

Wie hat sich die Kriminalität in Köln über die Jahre entwickelt?

Die stadtweite Fallzahl ist von rund 169.000 (2015) auf 145.939 (2024) gesunken, mit einem Tief in den Corona-Jahren 2020 und 2021 und einem Anstieg danach. Die Häufigkeitszahl ging im selben Zeitraum von 14.026 auf 11.670 zurück. Pro Kopf wird in Köln heute also weniger Kriminalität registriert als vor knapp zehn Jahren.

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