Mülheim taucht in den Schlagzeilen oft als Brennpunkt auf: Polizeieinsätze rund um den Wiener Platz, Razzien an der Keupstraße, verstärkte Präsenz im rechtsrheinischen Köln.[5] Doch wie sieht das Lagebild aus, wenn man statt der Schlagzeilen die offiziellen Zahlen ansieht?
Wir haben den Jahresbericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Köln[1] ausgewertet und zeigen, wie sicher der rechtsrheinische Norden im Vergleich zur restlichen Stadt ist, welche Delikte hier am häufigsten registriert werden und wie sich die Lage über die Jahre entwickelt hat. Ein wichtiger Hinweis vorab zur Datenebene: Die Polizei Köln veröffentlicht ihre Zahlen nicht je Stadtteil, sondern je Polizeiinspektion. Die Polizeiinspektion 5 (Nordost) ist für den gesamten Stadtbezirk Mülheim zuständig, also für den Stadtteil Mülheim selbst plus Buchforst, Buchheim, Dellbrück, Dünnwald, Flittard, Höhenhaus, Holweide und Stammheim, dazu kommt der Stadtteil Deutz.[1] Alle Zahlen für Mülheim auf dieser Seite beziehen sich auf diesen Polizeibereich.
- Wie viele Straftaten gab es 2025 in Köln-Mülheim?
- Köln-Mülheim im Vergleich: So sicher ist der Bereich gegenüber der restlichen Stadt
- Die häufigsten Delikte in Köln-Mülheim
- Kriminalität in ganz Köln: die wichtigsten Delikte
- Kriminalität im Zeitverlauf
- Wer sind die Tatverdächtigen in Köln?
- Häufige Fragen zur Kriminalität in Köln-Mülheim
- Quellen
Wie viele Straftaten gab es 2025 in Köln-Mülheim?
Im Jahr 2025 hat die Polizei im Bereich der Inspektion 5 (Nordost), also im Stadtbezirk Mülheim mit Deutz, insgesamt 14.912 Straftaten[1] erfasst. Das sind 7,41 Prozent weniger als im Vorjahr. Mülheim liegt damit im stadtweiten Trend rückläufiger Fallzahlen.
Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Für die Inspektion Nordost lag sie 2025 bei 6.899[1] und damit deutlich unter dem Schnitt des gesamten Polizeipräsidiums Köln von 11.362. Auf die Einwohner gerechnet ist Mülheim damit inzwischen der am geringsten belastete Bereich Kölns.
Wie ist die Häufigkeitszahl zu lesen?
Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ) gibt an, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner kommen.[2] Sie macht Bereiche unterschiedlicher Größe erst vergleichbar, weil sie die Bevölkerungszahl herausrechnet. Eine reine Fallzahl sagt für sich allein wenig aus: Ein einwohnerstarker Bereich mit vielen Straftaten kann pro Kopf trotzdem sicherer sein als ein kleinerer Bereich mit weniger Vorfällen. Wichtig ist außerdem, dass die KHZ auf die Wohnbevölkerung bezogen wird. In Bereichen mit vielen Pendlern, Besuchern und Tagesgästen, etwa der Innenstadt, fällt sie deshalb besonders hoch aus.
Köln-Mülheim im Vergleich: So sicher ist der Bereich gegenüber der restlichen Stadt
Die Polizei Köln teilt das Stadtgebiet (zuzüglich Leverkusen) in sieben Polizeiinspektionen auf.[1] Spitzenreiter bei der Häufigkeitszahl ist mit großem Abstand die Inspektion 1 (Mitte), die fast deckungsgleich mit dem Stadtbezirk Innenstadt ist. Dort sorgen Einkaufsstraßen, Bahnhof, Tourismus und Nachtleben für einen extrem hohen Wert pro Kopf. Mülheim liegt dagegen klar im unteren Bereich:
| Polizeiinspektion / Bereich | Straftaten je 100.000 Einwohner (2025) |
|---|---|
| PI 1 (Mitte), Stadtbezirk Innenstadt | 34.056 |
| PP Köln (Behördenschnitt, inkl. Leverkusen) | 11.362 |
| PI 6 (Südost), Stadtbezirke Kalk und Porz | 10.293 |
| PI 5 (Nordost), Stadtbezirk Mülheim und Deutz | 6.899 |
Mit 6.899 Straftaten pro 100.000 Einwohnern liegt Mülheim rund 39 Prozent unter dem Kölner Behördenschnitt und nur bei einem Bruchteil des Innenstadtwerts. Auch gegenüber dem benachbarten rechtsrheinischen Süden (Inspektion 6 mit Kalk und Porz, mittlerweile 10.293) liegt Mülheim deutlich niedriger. Wer sich für die Bevölkerungsstruktur dahinter interessiert, findet die Details bei den Einwohnerzahlen von Köln-Mülheim.
Die häufigsten Delikte in Köln-Mülheim
Im Jahresbericht hebt die Polizei für jede Inspektion die fünf auffälligsten Deliktfelder hervor. Für die Inspektion Nordost (Mülheim und Deutz) sah das 2025 so aus:[1]
| Delikt | Fälle 2025 | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Betrug | 1.712 | -6,85 % |
| Körperverletzung | 1.549 | -2,46 % |
| Sachbeschädigung | 1.198 | -9,65 % |
| Diebstahl an oder aus Kfz | 973 | -17,89 % |
| Fahrraddiebstahl | 742 | -14,71 % |
Was hinter den Zahlen steckt:
- Betrug bleibt das größte Feld, geht aber zurück. Mit 1.712 Fällen und einem Minus von knapp 7 Prozent ist Betrug 2025 rückläufig, nachdem es im Vorjahr noch deutlich gestiegen war.
- Körperverletzung geht leicht zurück. 1.549 Fälle bedeuten ein Minus von rund 2,5 Prozent. Bei Körperverletzungsdelikten ist die Aufklärungsquote traditionell hoch, weil sich Täter und Opfer häufig kennen.
- Sachbeschädigung und Autodelikte gehen weiter zurück. Sachbeschädigung (minus knapp 10 Prozent) und Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen (minus rund 18 Prozent) sind beide erneut spürbar gesunken.
- Auch der Fahrraddiebstahl sinkt weiter. Mit 742 Fällen wurden 2025 rund 15 Prozent weniger Räder gestohlen als im Vorjahr, ein Trend, der sich mit der gesamtstädtischen Entwicklung deckt.
Kriminalität in ganz Köln: die wichtigsten Delikte
Eine Aufschlüsselung jedes Einzeldelikts auf Mülheimer Ebene veröffentlicht die Polizei nicht. Für die Gesamtstadt liegen die Zahlen aber vor, und sie zeigen, welche Delikte das Geschehen prägen. 2025 registrierte das Polizeipräsidium Köln[1] insgesamt 142.452 Straftaten, ein Rückgang um 2,39 Prozent gegenüber 2024. Die wichtigsten Deliktgruppen im Überblick:
| Delikt | Fälle 2025 | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Diebstahl insgesamt | 57.226 | -9,64 % |
| Körperverletzung insgesamt | 15.506 | +2,14 % |
| davon gefährliche und schwere Körperverletzung | 4.312 | -3,71 % |
| Ladendiebstahl | 10.196 | -12,37 % |
| Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen | 8.135 | -17,81 % |
| Taschendiebstahl | 5.548 | -30,67 % |
| Fahrraddiebstahl | 6.858 | -6,68 % |
| Wohnungseinbruch | 2.621 | -20,33 % |
| davon Tageswohnungseinbruch | 1.110 | -19,91 % |
| Raubdelikte insgesamt | 1.264 | -13,01 % |
| davon Straßenraub | 653 | -21,33 % |
Auffällig ist vor allem der Rückgang beim Wohnungseinbruch: 2.621 Fälle bedeuten stadtweit ein Minus von gut 20 Prozent, beim Tageswohnungseinbruch sogar knapp 20 Prozent.[1] Diebstahl bleibt mit Abstand das größte Feld, ist aber weiter rückläufig, ebenso Fahrrad- und Kfz-Diebstahl. Auch der Straßenraub ging 2025 um rund 21 Prozent zurück.
Die Aufklärungsquote für das gesamte Präsidium lag 2025 bei 50,38 Prozent und damit über dem Vorjahreswert von 49,06 Prozent.[1] Eine eigene Aufklärungsquote je Inspektion oder gar je Stadtteil weist der Jahresbericht nicht aus.
Kriminalität im Zeitverlauf
Eine durchgehende Zeitreihe veröffentlicht die Polizei nur für die Gesamtstadt, nicht für einzelne Inspektionen. Sie ist aber aufschlussreich: Über die letzten Jahre sind die Kölner Fallzahlen tendenziell gesunken, mit einem kräftigen Knick nach unten in den Corona-Jahren 2020 und 2021, einem anschließenden Aufholeffekt bis 2023 und einem erneuten Rückgang 2024 und 2025.
Erfasste Straftaten im Polizeipräsidium Köln pro Jahr (inkl. Leverkusen). Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Polizei Köln.
Noch deutlicher wird der Trend bei der Häufigkeitszahl. 2015 lag sie für das gesamte Präsidium noch bei 14.026 Straftaten pro 100.000 Einwohner, 2025 nur noch bei 11.362.[1] Pro Kopf werden in Köln heute also klar weniger Straftaten registriert als vor zehn Jahren, auch wenn die Fallzahl nach dem Corona-Tief zwischenzeitlich wieder gestiegen war. Für Mülheim selbst liegt für 2025 eine Häufigkeitszahl von 6.899 vor, deutlich unter dem städtischen Schnitt und mittlerweile die niedrigste aller Kölner Inspektionen.
Wer sind die Tatverdächtigen in Köln?
Hinweis zur Datenebene
Die Polizei Köln veröffentlicht die Zahlen zu Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeit nur für die Gesamtstadt, nicht auf Ebene der einzelnen Polizeiinspektionen oder Stadtteile. Die folgenden Anteile gelten für ganz Köln (zuzüglich Leverkusen) und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Mülheim übertragen.
2025 hat die Polizei Köln bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße insgesamt 43.972 Tatverdächtige ermittelt[1], knapp 800 weniger als im Vorjahr (44.769). Die Verteilung nach Staatsangehörigkeit:
| Tatverdächtige (ohne ausländerrechtliche Verstöße) | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Tatverdächtige insgesamt | 43.972 | 44.769 |
| davon deutsche Staatsangehörige (59,33 %) | 26.087 | 25.812 |
| davon nichtdeutsche Staatsangehörige (40,67 %) | 17.885 | 18.957 |
Damit entfielen 2025 rund 59,33 Prozent der Tatverdächtigen auf deutsche und 40,67 Prozent auf nichtdeutsche Staatsangehörige[1], ein gegenüber dem Vorjahr (57,7 Prozent bzw. 42,3 Prozent) leicht veränderter Wert. Die Anteile schwanken allerdings stark je nach Delikt und sollten nicht ohne Einordnung weitergegeben werden.
Was ist mit dem Migrationshintergrund?
Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, also den Pass, nicht den Migrationshintergrund einer Person.[2] Ein in Köln geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung nach Migrationshintergrund gibt die Statistik nicht her. Gerade in einem Stadtbezirk wie Mülheim, in dem laut Polizei etwa 43,6 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben[1], ist dieser Unterschied wichtig.
Wichtige methodische Einschränkungen
Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:
- Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine Ausgangsstatistik und erfasst Verdachtsfälle nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.[2] Eine Verurteilung ist damit nicht ausgesprochen, bis zum rechtskräftigen Urteil gilt jeder Tatverdächtige als unschuldig.
- "Nichtdeutsch" bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Siehe Erläuterung oben.
- Pendler, Touristen und Reisende sind enthalten. Köln ist Pendler- und Besuchermagnet. Wer hier eine Straftat begeht, taucht in der Kölner Statistik auf, auch wenn er anderswo wohnt. Das treibt vor allem in der Innenstadt sowohl Fallzahl als auch Tatverdächtigenstruktur.
- Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten kriminalitätsbelastete Gruppe. Wo der Anteil junger Männer höher ist, ergeben sich allein daraus rechnerisch höhere Werte, ohne dass das eine Aussage über einzelne Personen erlaubt.
- Das Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt, sozialem Umfeld und Wohnviertel und beeinflussen, welche Fälle überhaupt in die Statistik gelangen.
Häufige Fragen zur Kriminalität in Köln-Mülheim
Wie sicher ist Mülheim im Vergleich zur restlichen Stadt?
Gemessen an der Häufigkeitszahl ist Mülheim sicherer als der Kölner Durchschnitt und mittlerweile der am geringsten belastete Bereich Kölns. Die Polizeiinspektion 5 (Nordost), die für den Stadtbezirk Mülheim zuständig ist, kam 2025 auf 6.899 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Der Schnitt des gesamten Polizeipräsidiums Köln lag mit 11.362 deutlich höher, die Innenstadt (Inspektion Mitte) mit 34.056 um ein Vielfaches.
Wie viele Straftaten gab es 2025 in Köln-Mülheim?
Im Bereich der Polizeiinspektion 5 (Nordost), also im Stadtbezirk Mülheim samt Deutz, wurden 2025 genau 14.912 Straftaten erfasst. Das sind 7,41 Prozent weniger als im Vorjahr.
Welche Delikte sind in Mülheim am häufigsten?
Die fünf auffälligsten Deliktfelder der Inspektion Nordost waren 2025 Betrug (1.712 Fälle, minus 6,85 Prozent), Körperverletzung (1.549 Fälle), Sachbeschädigung (1.198 Fälle), Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen (973 Fälle) und Fahrraddiebstahl (742 Fälle).
Gibt es Kriminalitätszahlen für einzelne Mülheimer Stadtteile?
Nein. Die Polizei Köln veröffentlicht ihre Kriminalstatistik nur auf Ebene der sieben Polizeiinspektionen, nicht je Stadtteil. Für Mülheim, Buchheim, Dellbrück, Höhenhaus oder Stammheim einzeln liegen damit keine offiziellen Fallzahlen vor. Die Inspektion Nordost fasst den gesamten Stadtbezirk Mülheim plus Deutz zusammen.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote in Köln?
Für das gesamte Polizeipräsidium Köln lag die Aufklärungsquote 2025 bei 50,38 Prozent, über dem Vorjahreswert von 49,06 Prozent. Eine eigene Quote für Mülheim oder einzelne Inspektionen weist der Jahresbericht nicht aus.
Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in Köln?
Bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 stadtweit bei 40,67 Prozent, leicht niedriger als im Vorjahr (42,3 Prozent). Einschließlich ausländerrechtlicher Verstöße, die nur Nichtdeutsche begehen können, lag der Anteil 2025 bei 44,4 Prozent (Vorjahr 47,4 Prozent). Wichtig: Die Statistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund, und der Wert gilt für die Gesamtstadt, nicht speziell für Mülheim.
Wie hat sich die Kriminalität in Köln über die Jahre entwickelt?
Die stadtweite Fallzahl ist von rund 169.000 (2015) auf 142.452 (2025) gesunken, mit einem Tief in den Corona-Jahren 2020 und 2021, einem Anstieg bis 2023 und einem erneuten Rückgang 2024 und 2025. Die Häufigkeitszahl ging im selben Zeitraum von 14.026 auf 11.362 zurück. Pro Kopf wird in Köln heute also weniger Kriminalität registriert als vor zehn Jahren.