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Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Köln-Mülheim

Von der Schiffsprozession an St. Clemens über das Carlswerk bis zur Keupstraße: ein Streifzug durch den unterschätzten Stadtteil auf Kölns rechter Rheinseite.

Von Silke Kraus | 21. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Köln-Mülheim © Foto: Cmcmcm1 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Die Kirche Herz Jesu in Köln-Mülheim von außen.

Köln-Mülheim hat es bei Touristen lange schwer gehabt. Wer Köln besucht, steht am Dom, bummelt durch die Altstadt und bleibt meist auf der linken Rheinseite. Mülheim liegt rechts vom Strom, war jahrzehntelang Arbeiterviertel und Industriestandort und galt vielen als wenig sehenswert.

Dabei ist der Stadtbezirk im Nordosten der Stadt einer der spannendsten Orte Kölns: einst eigenständige Stadt mit eigenen Stadtrechten, später Heimat von Felten und Guilleaume, heute ein Viertel, in dem alte Fabrikhallen zu Theatern und Konzertbühnen geworden sind. Mit rund 42.000 Einwohnern allein im Stadtteil Mülheim ist es einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile Kölns. Dreizehn Orte zeigen, warum sich der Weg über den Rhein lohnt.

Was dich erwartet

1. Wiener Platz und Bezirksrathaus

  • Adresse: Wiener Platz, 51065 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Marktbesucher, Stadtbummler, Karnevalsfreunde
  • Verkehr: Stadtbahn 4, 13, 18 und Busse, Haltestelle Wiener Platz

Der Wiener Platz ist das Herz von Mülheim. Hier treffen die Bundesstraßen B8 und B51 aufeinander, hier liegt das Bezirksrathaus, und hier schlägt der Puls des Viertels. Dienstags, donnerstags und samstags füllt der Wochenmarkt den Platz mit Ständen, in der Adventszeit steht hier der Mülheimer Weihnachtsmarkt.

Wer Mülheim verstehen will, beginnt am besten hier: Vom Wiener Platz aus erschließen sich die Mülheimer Freiheit, die Buchheimer Straße und der Weg zum Rhein in wenigen Minuten. Der Platz ist gleichzeitig einer der wichtigsten Verkehrsknoten der rechtsrheinischen Stadt.

2. Mülheimer Freiheit

  • Adresse: Mülheimer Freiheit, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Flaneure, Cafégänger, Geschichtsinteressierte
  • Tipp: das Pohlsche Haus von 1773 ansehen

Die Mülheimer Freiheit ist die historische Hauptstraße des alten Mülheim, und schon ihr Name erinnert daran, dass der Ort einmal mehr war als ein Kölner Stadtteil. Am 7. März 1322 verlieh Adolf von Berg dem Ort die Rechte einer Freiheit, 1785 folgten die vollen Stadtrechte. Mülheim war eine eigene Stadt, bis es am 1. April 1914 gegen den Widerstand vieler Bewohner nach Köln eingemeindet wurde.

An der Straße steht das Pohlsche Haus aus dem Jahr 1773, ein klassizistisches Bürgerhaus, das 1992 restauriert wurde und an die wohlhabende Vergangenheit des Ortes erinnert. Heute reihen sich entlang der Freiheit Cafés, Kneipen und kleine Läden, das traditionsreiche Café Jakubowski an der Hausnummer 54 gilt vielen als Mülheimer Frühstücksinstitution.

3. St. Clemens am Rhein

  • Adresse: Clemensstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Kirchenfreunde, Fotografen, Spaziergänger am Ufer
  • Lage: direkt am Mülheimer Rheinufer

Die Kirche St. Clemens steht unmittelbar am Rhein und ist eine der ältesten Pfarrkirchen des Stadtteils. Ihr Ursprung reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, eine Mülheimer Kapelle wurde bereits 1382 erwähnt. Von 1796 an war St. Clemens die katholische Pfarrkirche Mülheims, bis die Gemeinde so stark wuchs, dass eine größere Kirche nötig wurde.

St. Clemens ist der Startpunkt der Mülheimer Gottestracht, der größten Schiffsprozession der Welt, die jedes Jahr an Fronleichnam stattfindet. Begleitet von rund hundert Booten zieht die Prozession über den Rhein, ein Brauch, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht und an die Zeit erinnert, als das Wohl der Mülheimer eng mit dem Strom verbunden war.

4. Liebfrauenkirche

  • Adresse: Adamsstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Liebhaber der Neugotik
  • Erbaut: 1857 bis 1864

Als St. Clemens für die wachsende Gemeinde zu klein wurde, entstand zwischen 1857 und 1864 die Liebfrauenkirche. Den Entwurf lieferte kein Geringerer als Ernst Friedrich Zwirner, der Dombaumeister des Kölner Doms. So bekam Mülheim eine dreischiffige neugotische Backsteinkirche mit Westturm, geweiht wurde sie 1865.

Die Liebfrauenkirche ist bis heute eine der prägenden Landmarken im Mülheimer Stadtbild. Wer sich für Kirchenarchitektur interessiert, findet im Stadtteil mit St. Antonius (geweiht 1921), der reformierten Friedenskirche (1784 bis 1786) und der neugotischen Herz-Jesu-Kirche (1893 bis 1900) weitere sehenswerte Gotteshäuser.

5. Mülheimer Brücke

  • Adresse: Mülheimer Brücke, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Radfahrer, Spaziergänger, Fotografen
  • Tipp: Blick auf die Kölner Skyline bei Sonnenuntergang

Die Mülheimer Brücke verbindet den Stadtteil mit dem linksrheinischen Niehl und ist eine der schönsten Rheinquerungen Kölns. Die heutige Hängebrücke wurde 1951 eröffnet, sie ist bereits die dritte Brücke an dieser Stelle. Die erste war eine Schiffbrücke von 1888, und die erste feste Hängebrücke eröffnete 1929 der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer.

Über die Brücke führen Stadtbahn, Autos, Radfahrer und Fußgänger. Wer zu Fuß oder mit dem Rad hinübergeht, hat einen der besten Ausblicke auf den Rhein und die Türme der Innenstadt, besonders am Abend, wenn die Sonne hinter dem Dom untergeht.

6. Carlswerk

  • Adresse: Schanzenstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei (Gelände), Veranstaltungen kostenpflichtig
  • Geeignet für: Theaterfans, Architekturfreunde, Stadtentdecker
  • Tipp: der CARLsGARTEN als grüne Oase

Das Carlswerk ist das beste Beispiel dafür, wie sich Mülheim gewandelt hat. 1874 von Franz Carl Guilleaume eröffnet, produzierte die Kabelfabrik Felten und Guilleaume hier Weltgeschichte: 1904 entstand auf dem Gelände das erste transatlantische Telefonkabel, das Europa mit Nordamerika verband. Auf rund 126.000 Quadratmetern stehen mehr als zwanzig Gebäude aus über hundert Jahren Baugeschichte.

Heute ist das Carlswerk ein urbanes Quartier mit Büros, Gastronomie und Kultur. Hier spielt das Schauspiel Köln in den Depots 1 und 2, hier liegt der CARLsGARTEN, ein Urban-Gardening-Projekt als Treffpunkt für Theaterbesucher und Nachbarn. Im Stuntwerk, einer 2.000 Quadratmeter großen Sportanlage, finden die Castings für RTLs Ninja Warrior Germany statt.

7. E-Werk und Palladium

  • Adresse: Schanzenstraße 36 bis 37, 51063 Köln
  • Eintritt: je nach Veranstaltung
  • Geeignet für: Konzertbesucher, Musikfans
  • Verkehr: Stadtbahn 13, Haltestelle Von-Sparr-Straße

Direkt neben dem Carlswerk liegen zwei der wichtigsten Konzertbühnen Kölns. Das E-Werk ist ein ehemaliges Elektrizitätswerk im Stil des Historismus, steht unter Denkmalschutz und wird seit 1991 als Veranstaltungshalle genutzt. Angeregt von der kölschen Rockband BAP entdeckten Vertreter der Musikszene damals das Potenzial der alten Industriehallen.

Gleich gegenüber liegt das etwas größere Palladium. Beide Hallen ziehen nationale und internationale Künstler nach Mülheim und haben den Stadtteil zu einer festen Adresse im Kölner Konzertkalender gemacht. Die Kombination aus rauer Industriearchitektur und großer Bühne ist typisch für das neue Mülheim.

8. Kulturbunker Mülheim

  • Adresse: Berliner Straße 20, 51063 Köln
  • Eintritt: je nach Veranstaltung, viele Angebote frei
  • Geeignet für: Kulturinteressierte, Familien, Nachbarn
  • Verkehr: Stadtbahn 4, Haltestelle Von-Sparr-Straße

Der Kulturbunker ist ein ehemaliger Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute als Kulturzentrum dient. Der dicke Betonbau, einst Schutzraum, beherbergt inzwischen Ausstellungen, Konzerte, Theater und Partys und ist mit über dreihundert Veranstaltungen im Jahr ein lebendiger Treffpunkt für das ganze Viertel.

Der Kulturbunker steht für das, was Mülheim auszeichnet: aus einem schwierigen Erbe etwas Neues machen. Das Programm reicht von Lesungen über Ausstellungen bis zu Konzerten und richtet sich bewusst an unterschiedlichste Zielgruppen aus der Nachbarschaft.

9. Keupstraße

  • Adresse: Keupstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Genießer, Neugierige, Liebhaber türkischer Küche
  • Tipp: Baklava in einer der traditionsreichen Bäckereien

Die Keupstraße ist über Köln hinaus bekannt als Zentrum des türkischen und kurdischen Geschäftslebens. Scherzhaft wird sie oft Klein-Istanbul genannt, weil sich hier Geschäfte, Restaurants, Bäckereien und Dienstleister aneinanderreihen, fast alle in türkischer Hand. Wer süße Baklava, frisches Fladenbrot oder einen echten türkischen Mokka sucht, ist hier richtig.

Die Straße ist ein Stück gelebter Vielfalt und prägt das Selbstverständnis Mülheims als bunter, internationaler Stadtteil. Ein Bummel über die Keupstraße ist eine kulinarische Reise mitten in Köln, lebendig, dicht und voller Düfte.

10. Mülheimer Hafen und Rheinufer

  • Adresse: Hafenstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Sonnenanbeter, Familien
  • Tipp: Pause am Café Rheinspaziert (Hafenstraße 16)

Der Mülheimer Hafen ist eine kleine Idylle am Rhein, in der sich Boote unter der Katzenbuckelbrücke spiegeln. Wo früher Industrie und Schifffahrt das Bild prägten, treffen sich heute Anwohner und Ausflügler. Am sogenannten Mülheimer Mäuerchen sitzen an warmen Tagen die Leute am Wasser, schauen den Schiffen zu und genießen die Hafenluft.

Vom Hafen aus lässt sich das Mülheimer Rheinufer in beide Richtungen erlaufen. Es ist eine der entspanntesten Ecken des Stadtteils und ein guter Ausgangspunkt, um die rechtsrheinische Seite Kölns ganz ohne Touristentrubel kennenzulernen.

11. Stadthalle Köln-Mülheim

  • Adresse: nahe Wiener Platz, 51065 Köln
  • Eintritt: je nach Veranstaltung
  • Geeignet für: Konzert- und Karnevalsbesucher
  • Eröffnet: 1963

Die Stadthalle liegt in unmittelbarer Nähe zum Wiener Platz und ist ein Stück Mülheimer Veranstaltungsgeschichte. Eröffnet 1963, zog sie in den siebziger und achtziger Jahren namhafte Rockacts an, von The Cure bis zu einem frühen Metallica-Auftritt im Jahr 1983.

Heute finden in der Stadthalle Konzerte, Karnevalssitzungen, Tagungen, Messen und Flohmärkte statt. Der große Festsaal mit seinen rund 1.300 Quadratmetern Nutzfläche wird durch zahlreiche kleinere Räume ergänzt. Für viele Mülheimer ist die Stadthalle vor allem im Karneval ein fester Treffpunkt.

12. Schlosspark Stammheim

  • Adresse: Stammheimer Ufer, 51061 Köln
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Kunstfreunde, Spaziergänger, Familien
  • Verkehr: S-Bahn S6 bis Stammheim, dann Bus

Im nördlichen Teil des Stadtbezirks, im Stadtteil Stammheim, liegt einer der ältesten und bedeutendsten Landschaftsgärten Kölns. Der Schlosspark Stammheim entstand um 1830 im Stil eines englischen Gartens, den Entwurf lieferte der Düsseldorfer Gartenkünstler Maximilian Weyhe. Die rund zwölf Hektar große Anlage liegt direkt am Rhein, gegenüber von Niehl.

Seit 2002 beherbergt der Park einen Skulpturenpark, einen der beiden in Köln. Jährlich wechselnde Kunstausstellungen machen den Schlosspark zu einem lohnenden Ziel für alle, die Kunst und Natur verbinden möchten. Das einstige Schloss selbst ist nicht mehr erhalten, der Park aber blieb als grünes Refugium am Strom.

13. Industriearchitektur entdecken: Schanzenstraße als Filmkulisse

  • Adresse: Schanzenstraße, 51063 Köln
  • Eintritt: frei (Straße)
  • Geeignet für: Stadtentdecker, Fans deutscher TV-Geschichte
  • Tipp: mit einem Kaffee bei Moxxa starten

Die Schanzenstraße ist mehr als die Adresse von Carlswerk, E-Werk und Palladium. In den TV-Studios an dieser Straße wurden über Jahre hinweg bekannte deutsche Fernsehformate produziert, darunter Sendungen wie TV total und die Serie Pastewka. Ein Stück Mülheim ist damit Millionen Zuschauern vertraut, ohne dass sie es ahnen.

Ein Spaziergang durch die Schanzenstraße führt vorbei an Backsteinfassaden, alten Werkshallen und neuen Nutzungen. Hier lässt sich am besten ablesen, wie aus dem alten Mülheim der Industriearbeiter das heutige Kreativviertel geworden ist. Die Mischung aus rauer Vergangenheit und lebendiger Gegenwart ist das eigentliche Markenzeichen des Stadtteils.

Drei Geheimtipps für später
  • Pohlsches Haus: klassizistisches Bürgerhaus von 1773 an der Mülheimer Freiheit, stiller Zeuge der reichen Vergangenheit
  • Mülheimer Gottestracht: die größte Schiffsprozession der Welt, jedes Jahr an Fronleichnam von St. Clemens aus
  • Café Rheinspaziert am Hafen: regionale Produkte und Crêpes mit Blick auf das Wasser

Ausblick: Mülheim im Wandel

Mülheim verändert sich schneller als die meisten Kölner Stadtteile. Rund um das Carlswerk und die Schanzenstraße ist in den letzten Jahren ein Kreativquartier mit Theatern, Konzerthallen und Sportanlagen gewachsen, und entlang des Mülheimer Hafens entstehen neue Wohn- und Uferbereiche. Der Stadtteil zieht damit Menschen an, die früher nie auf die rechte Rheinseite geschaut hätten.

Wer mehr über das Viertel wissen will, findet bei uns Hintergründe zur Geschichte von Köln-Mülheim, einen Überblick über die Stadtteile im Bezirk und Zahlen zu den Einwohnern Mülheims. Mülheim ist kein Ort, den man in einer Stunde abhakt. Es ist ein Stadtteil, der sich beim Schlendern erschließt, am Rhein, in einer alten Fabrikhalle, bei einem türkischen Mokka auf der Keupstraße.

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