Köln-Mülheim liegt am rechten Rheinufer und ist einer der vielseitigsten Stadtteile der Stadt. Hier treffen jahrhundertealte Stadtgeschichte, eine große Industrievergangenheit und ein lebendiges, internationales Veedel aufeinander. Vom alten Ortskern an der Mülheimer Freiheit über das umgebaute Carlswerk bis zum quirligen Wiener Platz erzählt der Stadtteil ein gutes Stück Kölner Geschichte.
Wer hier lebt oder Mülheim besser kennenlernen will, stößt schnell auf erstaunliche Zahlen, große Namen und Orte mit Geschichte. Wir haben 31 Fakten über Köln-Mülheim zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.
Größe, Lage und Bevölkerung
1. Rund 43.000 Menschen leben in Mülheim
Zum 31. Dezember 2024 zählte der Stadtteil Mülheim laut Stadt Köln genau 43.249 Einwohner. Damit gehört Mülheim zu den bevölkerungsreichsten Stadtteilen der Stadt überhaupt. Auf vergleichsweise engem Raum am rechten Rheinufer drängt sich hier eine ganze Kleinstadt zusammen.1
2. Gut sieben Quadratkilometer Fläche
Der Stadtteil erstreckt sich über eine Fläche von rund 7,07 Quadratkilometern. Begrenzt wird er im Westen vom Rhein, im Norden von Stammheim, im Osten von Höhenhaus und Buchheim sowie im Süden von Buchforst und Deutz. Trotz der überschaubaren Fläche passt in Mülheim erstaunlich viel hinein, vom Hafen über Wohnquartiere bis zu großen Gewerbeflächen.2
3. Rund 6.000 Einwohner pro Quadratkilometer
Aus Einwohnerzahl und Fläche ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von etwa 6.000 Menschen je Quadratkilometer. Das ist ein Vielfaches des Durchschnitts im gesamten Stadtbezirk Mülheim, der mit seinen weiten Außenbereichen nur auf rund 2.900 Einwohner je Quadratkilometer kommt. Der alte Ortskern ist also deutlich dichter besiedelt als das Umland.3
4. Teil des Stadtbezirks Mülheim mit über 150.000 Menschen
Der Stadtteil ist namensgebend für den Stadtbezirk 9, der insgesamt rund 150.471 Einwohner auf etwa 52,2 Quadratkilometern zählt. Damit gehört der Bezirk zu den großen Verwaltungseinheiten der Stadt. Neben Mülheim umfasst er weitere rechtsrheinische Stadtteile bis hinauf in den Norden Kölns.4
5. Postleitzahlen 51063 und 51065
Mülheim verteilt sich auf die Postleitzahlen 51063 und 51065. Der Stadtteil teilt sich grob in Alt-Mülheim rund um die Mülheimer Freiheit und Mülheim-Nord mit der Keupstraße. Beide Teile haben ihren eigenen Charakter und ihre eigene Geschichte, gehören aber seit jeher eng zusammen.5
6. Durchschnittsalter unter 40 Jahren
Mit einem Durchschnittsalter von rund 39,7 Jahren ist Mülheim ein vergleichsweise junger Stadtteil. Das liegt auch an der internationalen Bevölkerung und am Zuzug jüngerer Menschen in die umgebauten Gewerbequartiere. Wer mehr über das Alltagsleben sucht, wird in unseren Cafés in Köln-Mülheim fündig.6
7. Knapp jeder Dritte hat keinen deutschen Pass
Der Ausländeranteil lag in Mülheim bei rund 32,5 Prozent und damit deutlich über dem Kölner Durchschnitt von gut 19 Prozent. Rechnet man Menschen mit Migrationshintergrund hinzu, ist die internationale Prägung noch stärker. Dieser Mix macht einen großen Teil des besonderen Charakters des Stadtteils aus.7
8. Höhere Arbeitslosigkeit als im Stadtschnitt
Mülheim hat sozial mit den Folgen seiner Industriegeschichte zu kämpfen. Die Arbeitslosenquote lag bei rund 14,7 Prozent und damit klar über dem Kölner Durchschnitt von etwa 8,6 Prozent. Förderprogramme und Stadtentwicklung sollen diese Lücke seit Jahren verkleinern.8
Wahrzeichen und Geschichte
9. Freiheitsrechte schon 1322
Am 7. März 1322 verlieh Graf Adolf von Berg dem Ort Mülheim Freiheitsrechte mit eigenem Markt, niederer Gerichtsbarkeit und Befreiung von bestimmten Abgaben. Damit reicht die kommunale Geschichte Mülheims weit in das Mittelalter zurück. An diese alte Eigenständigkeit erinnert bis heute der Straßenname Mülheimer Freiheit.9
10. Volle Stadtrechte im Jahr 1785
Erst 1785 erhielt Mülheim am Rhein die vollen Stadtrechte und wurde damit zur eigenständigen Stadt. Über Jahrhunderte war Mülheim ein selbstbewusster Konkurrent des linksrheinischen Köln und profitierte vom Handel über den Fluss. Diese Eigenständigkeit prägte das Selbstverständnis der Bürger noch lange.10
11. 1914 gegen den Willen der Bürger nach Köln eingemeindet
Am 1. April 1914 wurde Mülheim am Rhein nach Köln eingemeindet, und zwar gegen den ausdrücklichen Widerstand vieler Einwohner. Ein eigens gegründeter Ausschuss hatte rund 4.000 Unterschriften gegen die Eingemeindung gesammelt und sogar eine Eingabe im preußischen Landtag erreicht. Die entscheidende Abstimmung fiel am 10. Juni 1914 in Berlin zugunsten Kölns.11
12. Die Mülheimer Brücke eröffnete Konrad Adenauer 1929
Am 13. Oktober 1929 eröffnete der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die erste Mülheimer Brücke über den Rhein. Sie war als Hängebrücke konstruiert und wurde auch von der Straßenbahn genutzt. Damit bekam der Stadtteil endlich eine feste, leistungsfähige Verbindung zum linksrheinischen Köln.12
13. Adenauer eröffnete 1951 auch die neue Brücke
Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke neu gebaut und am 8. September 1951 eröffnet, diesmal von Adenauer in seiner Rolle als Bundeskanzler. Der Entwurf stammte vom Kölner Architekten Wilhelm Riphahn mit technischer Beratung durch Fritz Leonhardt. Die neue Konstruktion war eine echte Hängebrücke und prägt bis heute die Silhouette am Rhein.13
14. Die St. Clemens-Kirche ist eine alte Schifferkirche
Die kleine St. Clemens-Kirche zählt zu den ältesten Bauten Mülheims und geht in ihren Ursprüngen auf eine romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert zurück. Als Schifferkirche war sie eng mit dem Leben am Rhein verbunden. Sie erinnert daran, wie wichtig der Fluss für die Geschichte des Stadtteils immer war.14
Industrie und Wirtschaft
15. Das Carlswerk war eine der größten Kabelfabriken Europas
Die Firma Felten & Guilleaume errichtete ab 1874 in Mülheim ihr Carlswerk, das zu den bedeutendsten Kabel- und Drahtfabriken Europas wurde. Auf dem weitläufigen Gelände an der Schanzenstraße arbeiteten über Jahrzehnte tausende Menschen. Die mächtigen Backsteinhallen prägen das Bild des Stadtteils bis heute.15
16. Hier entstand 1904 ein erstes transatlantisches Telefonkabel
Im Carlswerk wurde technische Geschichte geschrieben: 1904 fertigte Felten & Guilleaume ein frühes transatlantisches Telefonkabel, das Europa mit Nordamerika verbinden sollte. Mülheim war damit ein Zentrum der globalen Kommunikationstechnik seiner Zeit. Wenige Stadtteile können auf eine derart internationale Industriegeschichte zurückblicken.16
17. Das Schanzenviertel ist heute ein Gewerbestandort mit rund 10.000 Beschäftigten
Nach dem Niedergang der Schwerindustrie wandelte sich das alte Carlswerk-Areal zum Schanzenviertel. Heute sind hier rund 350 Unternehmen mit etwa 10.000 Beschäftigten angesiedelt, von Medien und Kreativwirtschaft bis zu Dienstleistern. Der Strukturwandel gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele in Köln.17
18. Bastei Lübbe und Radio Köln haben hier ihren Sitz
Das umgebaute Carlswerk zog namhafte Medienunternehmen an. Der Verlag Bastei Lübbe ist seit Januar 2010 in Mülheim ansässig, und der Sender Radio Köln betreibt seit 2014 seine Studios auf dem Gelände. Dazu kommen TV-Produktionsstätten, die den Stadtteil zu einem Medienstandort gemacht haben.18
Kultur und Veedel
19. Das E-Werk ist eine der bekanntesten Konzerthallen Kölns
In einem ehemaligen Umspannwerk an der Schanzenstraße entstand 1991 das E-Werk, eine Veranstaltungshalle für rund 2.000 Besucher. Seitdem gastieren hier Bands von Weltrang und große Partys. Zusammen mit dem benachbarten Palladium, das bis zu 4.000 Menschen fasst, ist Mülheim ein wichtiger Ort des Kölner Nachtlebens.19
20. Die Mülheimer Gottestracht ist die größte Schiffsprozession am Rhein
Jedes Jahr an Fronleichnam findet die Mülheimer Gottestracht statt, eine eindrucksvolle Schiffsprozession auf dem Rhein. Sie gilt als die größte ihrer Art am Fluss und reicht in ihren Wurzeln Jahrhunderte zurück. Tausende Menschen säumen dabei die Ufer und begleiten das festlich geschmückte Schiff.20
21. Das Schützen- und Volksfest gibt es seit 1435
Rund um Fronleichnam feiert Mülheim sein traditionelles Schützen- und Volksfest, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1435 zurückreichen. Über vier Tage verwandelt sich der Stadtteil in einen Festplatz mit Umzügen und Buden. Das Fest gehört zu den ältesten lebendigen Traditionen am rechten Rheinufer.21
22. Die Keupstraße ist berühmt für ihre türkisch geprägte Gastronomie
Die Keupstraße in Mülheim-Nord entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer lebendigen Geschäftsstraße, die vor allem von Unternehmern türkischer und kurdischer Herkunft geprägt ist. Mit ihren Restaurants, Bäckereien und Geschäften zieht sie Besucher aus der ganzen Stadt an. Hungrig? Unsere Bäckereien in Köln-Mülheim zeigen, wo es frisch wird.22
23. Ein Denkmal erinnert an den NSU-Anschlag von 2004
Am 9. Juni 2004 verübte der rechtsterroristische Nationalsozialistische Untergrund einen Nagelbombenanschlag in der Keupstraße, bei dem 22 Menschen verletzt wurden. Die Tat gilt als zentrales Ereignis der Auseinandersetzung mit rechtsextremem Terror in Deutschland. Ein Denkmal in der Straße hält die Erinnerung an die Opfer wach.23
Verkehr und Anbindung
24. Der Wiener Platz ist der zentrale Verkehrsknoten
Im Herzen Mülheims liegt der Wiener Platz, an dem Stadtbahn, Busse und der nahe Bahnhof zusammentreffen. Hier beginnt auch die Rampe der Mülheimer Brücke Richtung Innenstadt. Mit seinem Wochenmarkt und den vielen Geschäften ist der Platz zugleich Marktplatz und Tor zum Veedel.24
25. Mehrere Stadtbahnlinien erschließen den Stadtteil
Mülheim ist über die Stadtbahnlinien 3, 4, 13 und 18 der KVB eng mit dem übrigen Köln verbunden. Dazu kommen zahlreiche Buslinien sowie der Bahnhof Köln-Mülheim mit Regional- und S-Bahn-Verkehr. So erreicht man aus den meisten Lagen schnell die Innenstadt und das Umland.25
26. Bahnanschluss schon seit 1845
Bereits am 15. Dezember 1845 erhielt Mülheim mit der Köln-Mindener Eisenbahn einen Bahnanschluss und damit früh Zugang zum aufkommenden Eisenbahnzeitalter. Die gute Verkehrslage war einer der Gründe für die rasche Industrialisierung des Ortes. Bis heute ist der Bahnhof ein wichtiger Knotenpunkt im rechtsrheinischen Köln.26
Wohnen und Kosten
27. Mieten von rund 13 Euro pro Quadratmeter
Die durchschnittliche Angebotsmiete in Mülheim lag Anfang 2026 bei rund 13 Euro pro Quadratmeter und damit im mittleren Bereich für Köln. Innerhalb des Stadtteils sind die Unterschiede groß: In gefragten Lagen werden deutlich höhere Preise aufgerufen, während ältere Quartiere oft günstiger bleiben.27
28. Die Mieten steigen spürbar
Innerhalb eines Jahres legten die Angebotsmieten in Mülheim um rund fünf Prozent zu. Neue Wohnprojekte auf alten Gewerbeflächen und die wachsende Beliebtheit des Stadtteils treiben die Nachfrage. Wer hier eine Wohnung sucht, sollte die einzelnen Lagen genau vergleichen.28
Was sich in den nächsten Jahren verändert
29. Mülheim 2020 setzte Impulse für die soziale Entwicklung
Zwischen 2009 und 2014 lief das Förderprogramm Mülheim 2020, das mit rund 40 Projekten die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Stadtteils stärken sollte. Im Mittelpunkt standen lokale Wirtschaft, Bildung und Stadtentwicklung. Das Programm gilt als wichtiger Baustein für die Aufwertung des Veedels.29
30. Förderung als Soziale Stadt geht weiter
Als Fortsetzung wird der Sozialraum rund um Buchheim, Buchforst, Mülheim-Nord und die Keupstraße im Programm Soziale Stadt gefördert. Ziel sind bessere Lebensbedingungen, mehr Bildungsangebote und eine stärkere Nachbarschaft. Mülheim bleibt damit ein Schwerpunkt der Kölner Stadtentwicklung.30
31. Ein Stadtteil zwischen Geschichte und Aufbruch
Köln-Mülheim bleibt ein Ort der Gegensätze, in dem alte Stadtgeschichte, soziale Herausforderungen und neue Kreativquartiere aufeinandertreffen. Ob am umgebauten Carlswerk, in der Keupstraße oder an der sanierten Mülheimer Brücke: Die kommenden Jahre entscheiden, wie der Stadtteil Tradition und Wandel verbindet. Wer aktiv bleiben will, findet Anregung in unseren Fitnessstudios in Köln-Mülheim. Spannend bleibt es allemal.31