Lade Datum...
Nachrichten aus Köln-Mülheim
Lokales

Was macht Rainer Maria Woelki heute? Der Kardinal aus der Bruder-Klaus-Siedlung in Mülheim

Vom Messdiener in Köln-Mülheim zum umstrittenen Erzbischof von Köln

Von Silke Kraus | 5. Juli 2026
Was macht Rainer Maria Woelki heute? Der Kardinal aus der Bruder-Klaus-Siedlung in Mülheim © Foto: Reiner Diart / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln

Kaum ein Geistlicher in Deutschland steht so oft in den Schlagzeilen wie er, und kaum einer polarisiert so stark. Rainer Maria Woelki ist Kardinal und Erzbischof von Köln, eine der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Figuren der katholischen Kirche.1

Was viele nicht wissen: Der Mann an der Spitze des Erzbistums Köln ist ein echtes Mülheimer Kind.

Aufgewachsen ist er in der Bruder-Klaus-Siedlung, einem Arbeiterviertel rechtsrheinisch in Köln-Mülheim. Wir haben nachgeschaut, was der prominenteste Sohn dieses Stadtteils heute macht.1

Was dich erwartet

Vom Messdiener in Mülheim zum Kardinal

Rainer Maria Woelki kam am 18. August 1956 in Köln zur Welt. Sein Vater Alfons war Elektriker, die Eltern stammten als ostpreußische Heimatvertriebene aus Frauenburg im Ermland und waren 1945 in den Westen geflohen.1

Als Ältester von drei Geschwistern wuchs er in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim auf. Hier war er Messdiener und Jugendgruppenleiter in der Pfarrgemeinde St. Bruder Klaus, hier wurde der Grundstein für seinen geistlichen Weg gelegt.1

Nach Abitur und Wehrdienst begann Woelki ein Theologiestudium in Bonn und Freiburg. 1985 empfing er in Köln die Priesterweihe.1

Sein Aufstieg in der Kirchenhierarchie verlief stetig. Im Jahr 2000 wurde er in Rom zum Doktor der Theologie promoviert, von 2003 bis 2011 wirkte er als Weihbischof in Köln.1

2011 folgte der große Sprung: Woelki wurde Erzbischof von Berlin. Schon ein Jahr später, 2012, erhob ihn Papst Benedikt XVI. zum Kardinal.1

Am 20. September 2014 kehrte er als Erzbischof in seine Heimatstadt zurück und übernahm die Leitung des Erzbistums Köln, eines der größten und finanzstärksten Bistümer der Welt. Den heimatlichen Bezug trägt er bis heute sichtbar: Sein persönliches Wappen zeigt das Radbild des heiligen Bruder Klaus und verweist damit auf seine Mülheimer Heimatpfarrei.1

Was Rainer Maria Woelki heute macht (Stand 2026)

Auch 2026 ist Rainer Maria Woelki weiterhin amtierender Erzbischof von Köln. Trotz jahrelanger Debatten um seine Amtsführung steht er nach wie vor an der Spitze des Erzbistums.2

Im Frühjahr 2026 stellte er die Führung seiner Bistumsverwaltung neu auf. Zum 1. Juni 2026 berief Woelki Pfarrer Tobias Hopmann zum neuen Generalvikar, also zum wichtigsten Stellvertreter in der Verwaltung des Erzbistums.3

Hopmann, Jahrgang 1974, folgt auf Monsignore Guido Assmann, der sich künftig ganz seinen Aufgaben als Dompropst am Kölner Dom widmet. Mit dieser Personalentscheidung zeigt Woelki, dass er die Geschicke des Erzbistums weiter aktiv lenkt.3

Sein Amt blieb in den vergangenen Jahren allerdings nicht unangefochten. 2021 bot Woelki Papst Franziskus im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen seinen Amtsverzicht an. Der Papst nahm das Rücktrittsangebot nicht an, sodass Woelki im Amt blieb.4

Begleitet wird seine Amtszeit von anhaltender Kritik und juristischen Verfahren rund um seine Aussagen im Missbrauchskomplex. Trotz dieser Auseinandersetzungen führt er das Erzbistum bis heute fort und prägt die Diskussionen in der deutschen katholischen Kirche.1

Der Köln-Mülheim-Bezug

So weit Woelkis Weg ihn auch geführt hat, nach Berlin, nach Rom und an die Spitze des Erzbistums Köln, seine Wurzeln liegen klar in Köln-Mülheim. In der Bruder-Klaus-Siedlung verbrachte er Kindheit und Jugend.1

Die Verbundenheit mit dem Stadtteil hat er nie verleugnet. Seine erste Pressekonferenz nach der Ernennung zum Erzbischof von Köln gab er bewusst in seiner Mülheimer Heimatgemeinde, dort also, wo seine kirchliche Laufbahn als Messdiener begonnen hatte.1

Wer durch Mülheim läuft und an der Pfarrkirche St. Bruder Klaus vorbeikommt, bewegt sich also auf den Spuren des heutigen Kardinals. Das Radbild auf seinem Wappen trägt ein Stück Mülheim bis in den Kölner Dom.1

Mehr darüber, wie der Stadtteil zu dem geworden ist, was er heute ist, liest du in unserem Beitrag zur Geschichte von Köln-Mülheim. Und wenn du wissen willst, wie die einzelnen Viertel rechts des Rheins heute ticken, hilft dir unsere Übersicht der Stadtteile von Köln-Mülheim weiter.

Ausblick

Ein Datum dürfte 2026 besonders im Blick stehen. Am 18. August 2026 wird Rainer Maria Woelki 70 Jahre alt. Nach kirchlichem Recht legen Bischöfe dem Papst spätestens mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Amtsverzicht nahe, sodass die Frage seiner Zukunft weiter offen diskutiert wird.1

Wie lange Woelki an der Spitze des Erzbistums Köln bleibt, hängt letztlich an Entscheidungen in Rom. Bis dahin bleibt der Mann aus der Bruder-Klaus-Siedlung eine der meistdiskutierten Persönlichkeiten der katholischen Kirche in Deutschland.

Eines steht fest: Woelkis Name ist eng mit Köln verbunden, und seine Geschichte begann in einem Arbeiterviertel rechts des Rheins, in Köln-Mülheim.

Häufige Fragen zu Rainer Maria Woelki

Wie alt ist Rainer Maria Woelki und wann wurde er geboren?

Rainer Maria Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Im Jahr 2026 wird er damit 70 Jahre alt.1

Wo lebt Rainer Maria Woelki heute?

Als Erzbischof von Köln hat Woelki seinen Dienstsitz in der Domstadt. Aufgewachsen ist er in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim, wo seine kirchliche Laufbahn als Messdiener begann.1

Was macht Rainer Maria Woelki heute beruflich?

Er ist Stand 2026 weiterhin amtierender Erzbischof von Köln und Kardinal. Im Juni 2026 berief er mit Tobias Hopmann einen neuen Generalvikar für die Verwaltung des Erzbistums.3

Seit wann ist Woelki Erzbischof von Köln?

Rainer Maria Woelki ist seit dem 20. September 2014 Erzbischof von Köln. Zuvor war er von 2011 bis 2014 Erzbischof von Berlin, 2012 wurde er zum Kardinal erhoben.1

Hat Woelki seinen Rücktritt angeboten?

Ja. 2021 bot Woelki Papst Franziskus im Zusammenhang mit der Missbrauchsaufarbeitung seinen Amtsverzicht an. Der Papst nahm das Angebot nicht an, sodass Woelki im Amt blieb.4

Newsletter
Bleib in Köln-Mülheim auf dem Laufenden

Einmal pro Woche kostenlos die wichtigsten Nachrichten, Termine und Tipps aus Köln-Mülheim per E-Mail. Von Köln-Mülheimern für Köln-Mülheimer.

Jederzeit kündbar. Mit der Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel teilen
Unabhängiger Lokaljournalismus

Unterstütze Köln-Mülheim Aktuell, damit wir weiterhin kritisch und unabhängig berichten können.

Jetzt mit 5€ unterstützen
Leserstimmen

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht

Kostenlose Köln-Mülheim Woche

Nach dem Motto von Köln-Mülheimern für Köln-Mülheimer verschicken wir einmal pro Woche kostenlos Neuigkeiten zu Events, Aktuelles und Wissenswertes.

Jederzeit kündbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.